Nur ein halbes Weihnachten in Södel

Jugendliche bringen Gemeinde zum Nachdenken

Södel 26.12.2010 (kw). Einen Weihnachtsgottesdienst der ganz anderen Art erlebten trotz widriger Wetterbedingungen über 100 Besucher am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Ev. Kirche in Södel. Um Weihnachten auch jüngeren Menschen zugänglich zu machen, gestalteten Jugendliche der Kirchengemeinde zusammen mit älteren Mitarbeitern einen unterhaltsamen Gottesdienst unter dem Thema „Halbes Weihnachten“.

Zur Einstimmung spielte Willi Schmidt auf seiner Gitarre „Hymn“ von Barclay James Harvest,
begleitet am Keyboard von Matthias Diefenbach und einem kleinen Backgroundchor.
Nach der „halben“ Begrüßung durch Bernd Bartholmei, der die andere Hälfte der Begrüßung durch seine Frau wegfallen ließ und sich wunderte, daß nur die Hälfte der erwarteten Besucher gekommen seien, spielte die Kirchenband neuere, auch englische Lieder, die sehr gut ankamen und frischen Wind in die Kirche brachten.
Beim von Birgit Kammer sehr gut moderierten Weihnachtsspiel mit zwanzig Gästen mußten die fehlenden Hälften von Weihnachtsversen und –sprüchen erraten werden, die die Mitspieler auf oben auf Kärtchen finden konnten. Wer den fehlenden Reim hatte, durfte den nächsten halben Spruch unten auf dem Kärtchen vorlesen. Am Ende ergab sich eine Kette, die beim Beginnenden sich schloß.

Dank der hervorragenden Mithilfe von den anderen Besuchern wurden alle Reime schnell erraten. Ein besonderer Höhepunkt war das kleine Theaterstück mit „Familie Kadel-Völker“, die am Weihnachtsabend alles nur halb vorfanden, vom Weihnachtsbaum über die Tischdecke, die halben Gläser und Teller, den Adventskranz bis hin zu halben Geschenken, über die die Kinder (Marcel Kadel, Philipp Völker) gar nicht glücklich waren, zumal sie gerade aus dem Radio erfahren hatten, das die Weihnachtsferien vom hessischen Kultusministerium um die Hälfte gekürzt seien. Vater Kadel-Völker (Kenanja Wick) war ebenso enttäuscht, denn sein ohnehin stark gekürztes Weihnachtsgeld wurde nur zur Hälfte ausgezahlt, und Mutter Kadel-Völker (Lena Völker) war entsetzt, weil beim Stollen die Hälfte der Zutaten fehlte und die halbe Weihnachtsgans nur noch eine viertel Gans war. Weil somit das ganze Weihnachtsfest schiefgelaufen war, ging die Familie in die Kirche, wo sie von Pfarrer Kay Wick freundlich begrüßt wurde und den Hintergrund für diese merkwürdigen Geschehnisse erfuhr. „Der himmlische Weisenrat“, so der Pfarrer, „habe beschlossen, Weihnachten nur noch halb
zu feiern, weil die Menschen nicht mehr mit dem ganzen Herzen dabei seien“.

Das Wichtigste an Weihnachten ist längst von äußeren Dingen verdrängt worden, nämlich daß Gott die Menschen ganz und gar liebt und ihnen einen ganzen Retter zu Vergebung ihrer Sünden gesandt hat. Jesus Christus ist ganz Mensch und ganz Gott gewesen und hat sich ganz gegeben. Darum sollten alle Menschen wieder ganze Sache mit Jesus machen, um so auch die ganze Weihnachtsfreude zu erleben.
Am Ausgang erhielten alle Besucher ein persönliches Weihnachtsgeschenk. Mit viel Aufwand hatten die Mitarbeiter einen achteckigen Papierstern mit einem Vers aus der frohen Weihnachtbotschaft gebastelt.

Anschließend wurde im Kirchgarten bei winterlichen Bedingungen eine schöne After-Church-Party mit Glühwein (auch alkoholfrei!) und Laugenbrezeln gefeiert, die als Dank an alle Besucher und Mitarbeiter kostenlos abgegeben wurden. Dennoch fanden sich viele Euro im Spendenkörbchen, von denen die nicht ganz geringen Unkosten für ein solches Erlebnis gedeckt werden können.