Förderverein für die Evangelische Kirche Melbach gegründet
Pfarrer Kay Wick: Die Kirche soll im Dorf bleiben - aber ohne finanzielle Unterstützung kann die Arbeit auf Dauer in Melbach nicht aufrecht erhalten werden
Die Vorgeschichte: Kirche verkaufen oder nicht?
Der Evangelische Kirchenvorstand hat sich Gedanken um die weitere Zukunft der Evangelischen Kirche in Melbach angesichts immer geringer werdenden Zuwendungen von der hessen-nassauischen Landeskirche gemacht. Wenn den Gemeinden weiterhin immer weniger Geld zur Verfügung gestellt wird, kann auf Dauer die gute Arbeit der Kirchengemeinde in Melbach nicht weitergeführt, geschweige denn ausgebaut werden.
Zudem steht 2016 das 200-jährige Jubiläum der Ev. Kirche in Melbach an, die am 20. Oktober 1816 eingeweiht wurde. Alle Kirchenvorsteher waren sich einig, die dringend renovierungsbedürftige Kirche nicht zu verkaufen, sondern sie zu erhalten. Der Gedanke an einen Verkauf legte sich natürlich nahe, denn angesichts knapper Kassen Geld in eine viel zu wenig besuchte Kirche zu investieren, ist eine diskussionswürdige Angelegenheit. Wie wichtig ist die Evangelische Kirche in Melbach ihren Bürgerinnen und Bürgern überhaupt noch? Kann man nicht gemeinsam die Södeler Kirche nutzen und damit die Kosten senken? Der Kirchenvorstand war der Meinung, daß trotz allem die Kirche den Melbachern am Herzen liegt und ein wichtiger Faktor im gesellschaftlichen Leben ist. Dennoch ist es ein gewagter Schritt, die Kirche zu erhalten. Aber christlicher Glaube lebt von der Hoffnung, daß Gott Wunder tut.
Erste Renovierungsarbeiten: Gebäudesicherung, aber mehr auch nicht
Mit ersten Sicherungsmaßnahmen zum Erhalt der Gebäudesubstanz wurde daraufhin begonnen. Hier sind vor allem die Renovierung und Ersetzung der Fenster zu nennen, die mit anderen kleineren Arbeiten wie Schornsteinreparatur, Wandschlüsse der Fenster zur Bruchsteinmauer usw. auf 150.000 Euro veranschlagt sind. Im Inneren der Kirche fingen bereits die Balken über den Fenstern der Südseite an zu schimmeln, Balken und Mauerwerk mußten freigelegt und saniert werden. Die Eichenfenster auf der Nordseite können restauriert werden, die Fichtenfenster auf der Südseite müssen durch Eichenfenster ersetzt werden. Die Maßarbeiten erfordern sehr viel handwerkliches Können. Von der Landeskirche kommt zwar dankenswerterweise ein sehr großer Zuschuß, allerdings steht für die weitere dringende Innenrenovierung (Risse, Abnutzung, Blättern der Farbe und des Putzes, Farbgebung, Boden, Elektroleitungen usw.) laut Aussage der Evangelischen Regionalverwaltung Wetterau zur Zeit kein Geld zur Verfügung, da andere Kirche im Dekanat in einem noch desolateren Zustand seien, eine Situation mit der Pfarrer Kay Wick alles andere als zufrieden ist.
Gemeindearbeit unter Druck: die Kosten steigen in allen Bereichen
Aber auch für die alltägliche Gemeindearbeit wird das Geld immer knapper. Als Beispiel seien nur die steigenden Energiekosten genannt, die sich für Kirche und Gemeindehaus als äußerst große Belastung darstellen. Hier wird versucht, soviel wie möglich einzusparen, in dem z. B. von Januar bis März die Gottesdienste im Gemeindehaus gefeiert werden.
Auch im personalen Bereich steigen die Kosten. Stellen und Stellenerweiterungen müssen inzwischen in der Regel komplett aus dem eigenen Haushalt finanziert werden. Die früheren Sonderzuwendungen für Personal sind weggefallen. Auch hier kommen mit der Stellenerweiterung von 6 auf 9 Wochenstunden für die Gemeindesekretärin (für beide Kirchengemeinden zusammen!) Gesamtkosten von rund 3500 Euro pro Jahr auf die beiden Gemeinden hinzu, Geld, das an anderer Stelle eingespart werden muß.
Auch die Hausmeisterin und Betreuerin für das 2009 neu errichtete Evangelische Gemeindehaus Melbach muß von der Kirchengemeinde auf eigene Kosten finanziert werden.
Weitere neue Stellen kann sich die Kirchengemeinde nicht mehr leisten.
Ergebnis: Ein Förderverein für die Evangelische Kirche Melbach muß her!
Um die bisherigen Aufgaben fortführen und die Gemeindearbeit auch in Zukunft aufrecht erhalten zu können, kam die Idee auf, einen Förderverein zu gründen, denn nur so können die finanziellen Lasten in Zukunft geschultert werden.
Gründung des Fördervereins "Förderverein Evangelische Kirche Melbach e. V."
Der Kirchenvorstand lud alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer Gründungsversammlung am Donnerstag, den 20. Oktober 2011, dem 195. Einweihungstag der Kirche, ins Evangelische Gemeindehaus Melbach ein. Gespannt war man auf die Resonanz in der Bevölkerung. Immerhin fanden gut zwei Dutzend Menschen den Weg ins Gemeindehaus, darunter auch Bürgermeister Rouven Kötter aus Wölfersheim, der mit einer sehr engagierten Rede für die Gründung des Fördervereins eintrat und die gute Arbeit der evangelischen Kirchengemeinde in Melbach würdigte, die zur Stabilisierung der Gesellschaft und des Dorflebens beiträgt.
Pfarrer Kay Wick stellte noch einmal die angespannte Haushaltslage dar und verwies unter anderen darauf, daß mehr als die Hälfte der sonntäglichen Kollekten abgeführt werden müssen, ein Förderverein dagegen die Möglichkeit biete, daß Spenden voll und ganz der eigenen Gemeinde zugute kommen und man genau weiß, wo das Geld bleibt.
Kirchenvorsteherin Tanja Volp betonte, daß auch andere finanzielle Erlöse aus Veranstaltungen des Fördervereins komplett bei der Gemeinde bleiben. Die Kirchenverwaltung in Darmstadt hat hier weder ein Einsichts- noch ein Zugriffsrecht, sodaß die vom Förderverein gesammelten Gelder bei anstehenden Finanzierungen eventuell auf die Zuwendungen angerechnet werden könnten.
Außerdem sind, so Tanja Volp, die Spenden an den Verein steuerlich voll absetzbar. Zudem sprach sie von größeren Zielen in der Gemeindearbeit, die weit über die bloße Kircheninnenrenovierung hinausgehen, z. B. sei eine Hausaufgabenbetreuung angedacht, eine Jugendarbeit, Workshops und ähnliches.
Satzung wird beschlossen
Bestens vorbereitet erläuterte Kirchenvorsteher Hermann Ulrich Pfeuffer, der schon bei Vereinsgründungen viel Erfahrung gesammelt hat, die von ihm in Grundzügen erarbeitete und vom Kirchenvorstand ergänzte Satzung, die von den Anwesenden noch in zwei Punkten präzisiert wurde.
Daraufhin wurde die einstimmig von der Gründungsversammlung beschlossen, womit der "Förderverein Evangelische Kirche Melbach e. V." ins Leben gerufen wurde.
Amtsgericht und Finanzamt haben dieser Satzung zugestimmt, und damit ist die Gemeinnützigkeit bescheinigt, sodaß Spendenbescheinigungen ausgestellt werden dürfen.
Beiträge sind äußerst günstig - Es darf zusätzlich gespendet werden
Ebenfalls einstimmig wurde die separate Beitragssatzung beschlossen. Die günstigen Beiträge betragen pro Mitglied monatlich 2 Euro, für Schüler, Studenten, Azubis 1 Euro. Zudem gibt es einen Familienbeitrag in Höhe von 3 Euro, in dem alle Kinder bis zum 18. Geburtstag (mit Ende des 17. Lebensjahres) eingeschlossen sind.
Die ersten Mitglieder - der erste Vorstand
Um den Verein zu gründen, mußten nach deutschem Vereinsrecht mindestens 7 Personen Mitglieder werden. An diesem Abend traten aber bereits 15 Personen dem Verein bei, was die Richtung anzeigt, wohin es mit dem Verein gehen wird. Pfarrer Kay Wick freute sich mit dem gesamten Kirchenvorstand über dieses Engagement.
Natürlich mußte auch ein Vorstand berufen werden. Der erste 1. Vorsitzende wurde Hermann Ulrich Pfeuffer. Sein Stellvertreter ist Klaus Jahn. Das Amt des Schatzmeisters versieht Willi Schmidt, und Almut Tuschhoff wurde Schriftführerin. Als Beisitzer wurden Tanja Volp, Reinhard Marloff und Pfarrer Kay Wick vom Kirchenvorstand berufen. Die Kasse prüfen Beate Weller und Klaus Layer.
Ziele des Fördervereins Evangelische Kirche Melbach e. V.
- Erhalt des Kirchengebäudes
- Finanzierung von Darlehensraten von Kirche und Gemeindehaus
- Unterstützung bei Materialanschaffungen (Kirche, Gemeindehaus, Gruppen)
- Unterstützung bei den Personalkosten
- Aufbau neuer Arbeitsbereiche (Schülernachhilfe, musikal. Unterricht etc.)
- 200-jähriges Kirchenjubiläum
- Innenrenovierung der Kirche
- Unterstützung der Kindergottesdienstarbeit
Aufruf zur Unterstützung
Alle am Wohle und dem Erhalt der Melbacher Kirche Interessierten sind herzlich eingeladen, sich am Förderverein zu beteiligen, Mitglied zu werden und zum Erhalt der Kirche beizutragen, nicht nur durch finanzielle Unterstützung, sondern auch durch praktische Mitarbeit.
Mitglied können übrigens alle werden, die die Ziele der Evangelischen Kirche Melbach unterstützen, d. h. auch Menschen anderer Konfession oder gar keiner Konfession.
Helfen Sie bitte mit, daß die Kirche im Dorf bleibt! Vielen Dank!
Hier geht's zum Anmeldeformular "Beitrittserklärung". Sie können die Beitrittserklärung downloaden, ausdrucken, ausfüllen und bei Hermann Ulrich Pfeuffer, Blumenstraße 15, 61200 Melbach abgeben oder beim Evangelischen Pfarramt Melbach, Kirchplatz 5, 61200 Södel.


