Gerhard Wächter und Herbert Meyer lesen in Melbach Liebe, Glück, Einsamkeit, Vorurteile in der Literatur

Melbach 17.11.2011 (kw). Der neu gegründete "Förderverein Evangelische Kirche Melbach" lud zu einer ersten Veranstaltung ins Evangelische Gemeindehaus Melbach ein. Für die Lesung zum spannenden und nachdenklichen Thema "Liebe, Glück, Vorurteile und Einsamkeit" konnten die ehemaligen Schullehrer Gerhard Wächter und Herbert Meyer" gewonnen werden, die musikalisch von Thomas Gerlach, Schuldirektor an der Singbergschule, begleitet wurden.
Der Fördervereinsvorsitzende Hermann Ulrich Pfeuffer und Pfarrer Kay Wick begrüßten die vielen Gäste im stilvoll dekorierten Gemeindehaus, das für die Lesung ein wunderbares Ambiente bot. Viele fleißige Hände vom Förderverein und vom Kirchenvorstand hatten alles bestens vorbereitet und aufgebaut. Die Gäste konnten zu günstigen Preisen Wein und andere Getränke erwerben. Der Eintritt war frei, die freiwilligen Spenden dienten zur Unterstützung des Fördervereins.
Mit gekonnter Sprache im musikalischen Wechsel mit Thomas Gerlach präsentierten Gerhard Wächter und Herbert Meyer die vier Themenbereiche Glück, Liebe, Einsamkeit und Vorurteile, die in verschiedenen Kulturepochen unterschiedlich interpretiert werden. Ein Schwerpunkt lag auf dem Thema "Liebe", das von den alten Griechen über den Scholastiker Werner von Tegernsee, Heinrich Heine, Mahatma Gandhi, Wilhelm Busch und Siegfried Lenz reichte. Mit dem Zitat von Hermann Hesse "Glück ist Liebe" wandten sie sich dem zweiten Teil zu und schlossen mit der spannenden Geschichte "Das Wrack" von Siegfried Lenz. Nach dem Lied "Gegen den Wind" wurde das Thema "Einsamkeit" angegangen, wobei zwischen Einsamkeit und Alleinsein, so die Lehrer, differenziert werden müsse. Hierzu gab es unter anderem Geschichten von dem französischen Philosoph Blaise Pascal und dem bekannten Autor Erich Kästner. Das Thema "Vorurteile" mit Wolfgang Borcherts "Sischiphus" bildete den krönenden Abschluß des Abends, der die Lachmuskeln der Zuhörer in Bewegung setzte. In der humorvollen Geschichte treffen sich zwei Männern mit einem leichten Sprachfehler, die erst denken, einer wolle den anderen auf den Arm nehmen und nachher gute Freunde werden. Hier ist noch nichts von der tiefen Nachdenklichkeit, der Düsternis, den destruktiven Erfahrungen des Krieges, die Borchert in seinen Werke verarbeitet. Dagegen vermittelt seine lebendige, schöne poetische und bildhafte Sprache ein plastisches Bild des Geschehens und zeigt, wie leicht Menschen sich irren können.
Mit viel Applaus verabschiedeten die Besucher nach zwei unterhaltsamen Stunden die beiden fast schon Profis Gerhard Wächter und Herbert Meyer. Pfarrer Kay Wick dankte allen drei Akteuren mit einer kleinen Aufmerksamkeit und betonte noch einmal, daß alle für diesen guten Zweck auf ihr Honorar verzichtet hatten. Viele fleißige Hände halfen beim Abbau, so daß auch am nächsten Tag das Gemeindehaus wieder genutzt werden konnte. Der Förderverein Evangelische Kirche Melbach konnte seine ersten Einnahmen verbuchen und zog ein durchweg positives Fazit von der Veranstaltung verbunden mit dem Wunsch, daß aus Melbach selbst noch mehr Leute hätten dasein dürfen.